Laut Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur ist die Friedhofskultur in Deutschland Immaterielles Kulturerbe wie z.B. die Rheinische Martinstradition in NRW. Auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission hat im März 2020 die Kultusministerkonferenz die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes beschlossen. Dieses immaterielle Erbe umfasst nicht die Friedhöfe an sich, sondern die „lebendigen Ausdrucksformen, die von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden“, wie es die deutsche UNESCO-Kommission formuliert. In Bezug auf die Friedhofskultur betrifft dies zwei große Themenfelder: Zum einen geht es darum, was wir auf dem Friedhof tun: trauern, erinnern und gedenken sowie gestalten, pflegen und bewahren. Zum anderen würdigt die Ernennung zum Erbe den vielfältigen Wert der Friedhofskultur für unsere Gesellschaft: kulturell, sozial oder historisch, aber auch in Bezug auf Klima- und Naturschutz, gesellschaftliche Integration oder nationale Identität. Jeyaratnam Caniceus hat reichlich Erfahrung mit dem Kulturerbe, auf seine Initiative wurde  im Jahr 2018 im Oktober die Rheinische Martinstradition Immaterielles Kulturerbe in NRW.

Der Fraktionsvorsitzende der ÖDP/Linke Jeyaratnam Caniceus  will in Kempen Friedhöfe als  Immaterielles Kulturerbe ausschildern lassen. Dafür hat er schon mit dem Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur  Kontakt aufgenommen. Außerdem wendet er sich mit folgender Anfrage an den Kempener Bürgermeister:

Könnte Stadt Kempen  sich vorstellen  am 19. Sept., am Tag des Friedhofes, in einem kleinen friedlichen Rahmen unsere Friedhöfe mit einem Schild vor dem jeweiligen Friedhof als immaterielles Kulturerbe zu kennzeichnen?

Seine Anfrage stieß bei der Verwaltung auf Verständnis und sie will schon deutlich vor September dieses Vorhaben realisieren.

Die Schilder erzeugen nur eine symbolische Wirkung, aber in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft haben Symbole eine große Aussagekraft. Die Anbringung des Schildes benötigt nach meiner Information keinen Ratsbeschluss. Außerdem regt in Zeiten, wo unser Friedhofswesen als finanzielle und zeitliche Belastung betrachtet wird, eine Ausschilderung als immaterielles Kulturerbe zum Nachdenken an. Inzwischen haben zahlreiche Friedhöfe Schilder angebracht.  „Die Friedhöfe sind nicht nur Grabstätten, sondern ein lebendiger Ausdruck  der Gesellschaft“, so Caniceus.

https://kulturerbe-friedhof.de/